Am 30.1.2019 bei der Badischen Zeitung eingereichter Leserbrief von zwei Naturschutzbeauftragten der Stadt Freiburg

Am 30.1.2019 bei der Badischen Zeitung eingereichter Leserbrief von zwei Naturschutzbeauftragten der Stadt Freiburg

Bezug des Leserbriefes: Diverse Beiträge zum Bürgerentscheid Dietenbach der letzten Zeit, dazu der folgende Leserbrief mit Gesichtspunkten von zwei langjährigen, ehrenamtlichen, vom Gemeinderat bestellten Naturschutzbeauftragten und als Wortmeldung für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen auf kommunaler und regionaler Ebene, unserer ureigenen, gesetzlichen Aufgabe.
Hinweis:
Abweichend von unserer (gewünschten und gebotenen) Zurückhaltung bei öffentlichen Wortmeldungen als Naturschutzbeauftragte, haben wir uns dazu entschlossen, zum Bürgerentscheid Dietenbach einen Leserbrief an die Badische Zeitung zu schreiben, den diese bisher (natürlich?) nicht veröffentlicht hat.
Anlass dazu gibt unser Eindruck einer deutlichen „Schieflage“,
a) fast Gleichschaltung bei Wortmeldungen, Berichterstattung, Wahlkampf etc. sowie
b) erhebliches Ungleichgewicht bei den Kapazitäten, finanziell, personell und organisatorisch, bei der Interessen- und Meinungsvertretung von Pro und Contra der Dietenbach-Bebauung.
Bemerkenswert ist dabei auch, wer sich nun alles zu solchen Themen äußert und in welchen einzigartigen „Seilschaften“.
Allerdings konnten wir in den letzten Tagen auch zunehmend feststellen, dass wir bei weitem nicht so alleine da stehen, wie uns 43 Stadträte und eine überwältigende Mehrheit von Plakaten (Propaganda) gerne glauben machen würden.
Schließlich geschieht zur Zeit genau das, wovon wir wegkommen müssen, nämlich dass Sozial, Ökonomisch und Ökologisch gegeneinander ausgespielt werden, insbesondere Ersteres gegen Letzteres. Die Einschränkung des Flächenverbrauchs wird zur sozialen Frage gemacht, ja zur grundsätzlichen Zukunftsfrage für die Stadt Freiburg. Sind diejenigen, die Bedenken gegen diese Art der Bebauung haben, tatsächlich asozial, familienfeindlich, für unbezahlbare Wohnungen, gegen Nachhaltigkeit und gegen Inklusion, wie (im Umkehrschluss) propagiert und suggeriert wird?
gez. Thomas Ludemann


Nie war ein „Nein“ so wenig grün! 


Bevor die letzten, großen, wertvollen Landwirtschafts- und Offenland-Flächen der Stadt in der Ebene – angeblich (Wohnungs-)Not-wendig und alternativlos – vernichtet werden, sollten Alternativen endlich ernsthaft verfolgt werden:
(1) Sind die bisherigen Bebauungspläne, insbesondere der Gewerbegebiete und des neuen Stadions wirklich konsequent flächensparend? Hier ließe sich zum Beispiel auf einfachste Weise fast 80 % des Flächenverbrauchs einsparen, wenn man ein fünfstöckiges Parkhaus baut – statt ebenerdig. Die Pharmas in Basel machen es uns vor!
(2) Wäre es nicht vielleicht sogar gut, auch den Umlandgemeinden oder sogar anderen Regionen einen Teil des Bevölkerungszuwachses zu „gönnen“, anstatt dies gemäß „Kirchturmpolitik“ als (Bevölkerungs-)Verlust zu beklagen? Auch dort und nicht nur in Freiburg können Bauvorschriften zum geringeren Flächenverbrauch erlassen und gute Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden.
(3) Gibt es nicht doch einen verträglichen, erfolgversprechenden Plan B, in dem man viele kleine Baumaßnahmen nicht nur in den Quartieren, sondern vor allem auch auf fehl- oder untergenutzten Flächen erzeugt?
(4) Müsste nicht eine nachhaltige Gesellschaft auch auf kommunaler Ebene die Sicherstellung landwirtschaftlicher Produktions- und Versorgungsmöglichkeiten so weit wie möglich auf der eigenen Fläche anstreben? So wie es nur eine Erde gibt, so hat auch die Stadt Freiburg nur eine Gemarkungsfläche.
(5) Wäre es (wohnungs)notfalls nicht ein geringerer Verlust, einen relativ kleinen Teil des riesigen Bergwaldes zu opfern, anstatt letzte, große Landwirtschafts- und Offenland-Fläche in der Ebene?
(6) Gibt es durch die verstärkte und weiter zunehmende Verstädterung (Urbanisierung) nicht mehr Probleme als Lösungen – regional bis global?


Nie war ein „Ja“ so Zukunft für eine – sozial, ökonomisch und ökologisch – nachhaltige Stadt Freiburg.


Dr. Dagmar Reduth, Dr. Thomas Ludemann, Naturschutzbeauftragte der Stadt Freiburg

 

 

Die Höhe in Zähringen

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Widerspruch Bauvorhaben der Stadt Freiburg auf der „Höhe“ in Freiburg-Zähringen
Widerspruch gegen die Bebauung der Höhe
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Die Höhe in Zähringen
Die Höhe in Zähringen

Beteiligung am Klimaschutzkonzept Freiburg

Beteiligung am Klimaschutzkonzept Freiburg

 

„Freiburg hat sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt. Mit der aktuellen Erarbeitung

sollen Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern entwickelt und priorisiert werden,

um diese Ziele zu erreichen.

Dazu soll es eine umfangreiche Beteiligung der Freiburger Bürgerinnen und Bürger

geben, denn diese sollen sich in einem Freiburg im Jahr 2030 und 2050 wohl fühlen.

Die Möglichkeit der Beteiligung startet am 23. April 2018 über eine online-Plattform.

Informationen und eine Verlinkung finden Sie unter: www.freiburg.de/klima. Die Beteiligung

ist bis 20. Mai 2018 möglich. Hier können die Bürgerinnen und Bürger die  

bestehenden Maßnahmen bewerten und eigene Maßnahmenvorschläge einbringen.“

 

Zähringer Höhe

 

FREIBURG QUO VADIS

 

Freiburg , wo willst du hin

 

 

 

Zähringer Höhe

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>von der Stadt Freiburg seit über 35 Jahren sporadisch als Baugebiet vorgesehen

 

>von Plan B e.V. seit 10 Jahren als Vogelschutzgebiet, als Landschaftsschutzgebiet,als Ausgleichsfläche vorgeschlagen

 

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Chronologie

Zahlen, Daten, Fakten, Prognosen

 

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/ 1980 /wird die Zähringer Höhe mit /8 /ha Bauland in den Flächennutzungsplan (FNP) aufgenommen.

FNP haben keine wirklich bindende Aussage. Sie können durch /Gemeinderatsbeschluß /vergrößert, verkleinert oder ganz aufgehoben werden.

 

Zuvor wurden von einem damaligen Angestellten im städtischen /Bauamt/ mit dem offiziellen Briefpapier der Stadt Freiburg Schreiben an dessen Verwandte, Freunde, Bekannte etc. verschickt, mit sinngemäß der Aufforderung bzw. dem Hinweis, man solle oder könne Grünland auf der Zähringer Höhe erwerben, von dem die Stadt Freiburg plane, daß es in Zukunft Bauland werden würde. Verwandte, Freunde und auch ein späterer Stadtrat griffen zu und erwarben preiswert Flächen, entweder aus spekulativen Gründen oder um selbst darauf zu bauen oder beides. Die über 80 Eigentümer der FNP Fläche setzten sich nun zusammen aus:

der Stadt Freiburg

der Stiftungsverwaltung

privaten Eignern, die eine Grünfläche ererbt hatten

privaten Eignern, die eine Grünfläche aufgrund der Intervention des Stadtangestellten gekauft hatten.

 

Die nächsten 25 Jahre tat sich nicht viel auf der Zähringer Höhe in Sachen „Bauen“. / Burgacker?/1995?/

Viele Eigentümer wohnten nicht mehr in Freiburg, hatten sich anderweitig engagiert.

Der größte Teil der Grünflächen und Streuobstwiesen war verpachtet an Landwirte, Kleingärtner, Pferdehalter.Es entstand eine reizvolle Mischung aus dörflich ländlicher und trotzdem stadtnaher Atmosphäre. Das Gebiet wurde zusehends zum Naherholungsgebiet, ebenso zum Naturerlebnis,zu einem Ort der Entschleunigung, zumal das Gebiet Reutebachgasse-Filibach (wann?)dicht bebaut wurde und der dortige Minipark mit Spielplatz wenig bis kaum besucht wird.

 

/2005/ plante die Stadt Freiburg die Erstellung eines fortführenden FNP für ganz Freiburg unter Beteiligung der Bürger und unter angesagter Berücksichtigung von deren Wünschen. Die Diskussionen bei der Bürgerbeteiligung der einzelnen Stadtteile waren teilweise sehr kontrovers und es erschien oft unmöglich, die div. Wünsche zu einem Konsens zusammenzubringen. Zu den heiß umstrittenen Gebieten zählte auch die Zähringer Höhe.

 

/2006 /ging die Zähringer Höhe mit einem Kompromiß von 3,5ha in den neuen FNP 2020 ein.

 

Zuvor sammelten Zähringer Bürger rund zweieinhalbtausend Unterschriften, um gegen die angedachte Bebauung zu protestieren. /Die Listen wurden an die Stadt übermittelt/. Es entstand jedoch der Eindruck, die Grundstücksbesitzer hätten eine Lobby aufgebaut, zusammen mit einem Stadtrat , der zur CDU gehörte.

Dieser Stadtrat hatte, kurz bevor der FNP in die Bürgerbeteiligung ging, auf seinem Grundstück auf der Zähringer Höhe den dort seit vielen Jahren tätigen Pferdepächtern – die nachdrücklich protestierten- gekündigt mit den Worten, er würde alles niedermachen. Er ließ sämtlichen uralt Baumbestand abholzen (mindestens 20 Bäume), und die geschätzten 2000qm in ein Maisfeld umwandeln.

Es kam wohl zu einer Anhörung, nachdem die Fällaktion in der BZ publik gemacht worden war, und die Behauptung des Stadtrates, das Fällen der Bäume sei ein „Versehen“ der Beauftragten gewesen, rettete ihn vor einem Bußgeld oder ähnlichem. Er übertrug dann das Land an seine Tochter.

 

Unter dem Eindruck, die Bürgerbeteiligung diene vorwiegend dazu, ein Alibi für andernorts getroffene Entscheidungen zu liefern, formierte sich Plan B e.V. www.plan-b-freiburg.net. Mit der erklärten Absicht, eine Bebauung dieser unwiederbringlichen Ressource der Stadt ( Klimaschutz, Artenschutz, Freizeitangebot der besonderen Güte) zu verhindern und die Landschaft nicht einer vorwiegend wirtschaftlich orientierten Lobby zu opfern, treffen sich interessierte Mitglieder nun seit vielen Jahren und arbeiten ehrenamtlich und nur mit Spendengeldern an einer Aufklärung der Öffentlichkeit.

 

Inzwischen versuchten einige der Grundstückseigentümer auf politischer Ebene die Baupläne voranzutreiben und die 3,5ha des FNP 2020 über den Gemeinderat auf die frühere Größenordnung anheben zu lassen.

 

(?) Anhebung der Gößenordnung auf 7ha durch Gemeinderatsbeschluß

(?) Reduzierung auf 5 ha (4,5?) durch Gemeinderatsbeschluß

 

(?) Gemeinderat beschließt, 50% gemeinnützigen Wohnungsbau standartmäßig bei größeren Bauvorhaben.

 

(?) Ausnahmeregelung für die Zähringer Höhe auf die alte Quote, nämlich 20 – 25% gemeinnützigen Wohnungsbaus durch Gemeinderatsbeschluß. Dieser beugt sich mehrheitlich der Ankündigung eines Bauträgers, für den Fall, dass die 50% Quote für die Zähringer Höhe bestehen bleibt, in Zukunft nicht mehr für die Stadt zu bauen. Auch die Grundstücksbesitzer, vertreten durch die neu geschaffene Badenova Konzept fordern von den Gemeinderäten die Reduzierung der Quote auf den alten Standard.

 

Stets dient für Bebauung jeglicher Art als Begründung der „Wohnbedarf in Freiburg“.

 

Jedoch liegt der Kern der Misere bei dem Wohnbedarf für Leute mit Einkommen unterhalb der Einkommensmitte, also am Mangel an b e z a h l b a r e m Wohnraum. Jahrelang wurde der geförderte Wohnungsbau in ganz Deutschland in den Ballungszentren vernachlässigt . Es wurde vorwiegend kapitalmarktorientiert gebaut. In Freiburg lässt man heute an jedem nur möglichen Flecken bzw. Fleckchen Bebauung zu mit dem Hinweis auf die Wohnungsnot . Wenn man genau hinschaut, ist der Anteil des wohnbaugeförderten Programmes gering, es sind viele Ausnahmen zur Pflichtquote möglich. Die Stadt Heidelberg hat sich etwas einfallen lassen. Auf Grundstücken der abgezogenen US Streitkräfte (Mark Twain Village) in der Innenstadt werden 1.400 Wohnungen für Familien gebaut, zu 70 % !!! gemeinnütziger Wohnbau. Mit Mietpreisbindungen von 5,50 bis 8,00 Euro für 10 Jahre. Und Freiburg? Lassen wir uns überraschen, beispielsweise mit der neuesten Bauplanung imStühlinger.

 

Wir haben beim statistischen Landesamt in Stuttgart angerufen und nachgefragt. Es geht um die Aussage eines Gutachters für Bauprojekte mit folgendem Inhalt: BevölkerungszuwachsPrognose des Statistischen Landesamtes für die Stadt Freiburg für die Jahre ab 2030 = Tendenz fallend.

Diese Aussage wurde bestätigt.

Wir hielten dagegen, dass die Prognosen der Stadt Freiburg anderes befinden.

Wir erhielten die Antwort: das statistische Landesamt hat den übergeordneten , gesetzlich verankerten Auftrag, andere haben andere Motivationen, Statistiken zu erstellen.

 

Die Zähringer Höhe birgt als angedachtes Bauland von nunmehr ca. 5 ha mit ca 250 Wohneinheiten und geschätzten 700 Autos noch ein ganz anderes Problem. Wie gestaltet sich der Verkehrsfluß? Es gibt etliche Problemstrassen in südl. Richtung, die diese Verkehrsbelastung nicht auffangen können.

Der Bürgerverein, dem mancher Grundstückseigentümer angehört, möchte eine Lösung Richtung Norden, eine Brücke über die Bahn mit Zufahrt auf die Gundelfinger Straße in Höhe des Real. Eine solche Brücke war vor Jahren schon auf 3,5 Millionen € geschätzt worden und würde heute wesentlich teurer werden, in ein paar Jahren sicherlich an die 5 Millionen. Auf jeden Fall bedarf es hierzu der Verhandlungen mit der Bundesbahn und mit den privaten Grundstückseigentümern, die hierfür ihr Land hergeben müssten. Beides deutet auf Langfristigkeit hin, denn beide haben keine besonderen Gründe, auf ev. Wünsche des Bauamtes einzugehen.

Vor ein paar Wochen sprach Herr Haag, Baubürgermeister der Stadt Freiburg, davon, dass Ende 2017 auf der Zähringer Höhe die Bagger rollen werden. Nachzulesen in der BZ.. 

Wie kommt es zu solch aktionistischen Aussagen von oberer Stelle? Wird der Erfolgsdruck so groß

gemacht, dass hier Wunschdenken als Tatsachen hingestellt werden?

 

Jedenfalls ist die Reaktion der Zähringer Bevölkerung in einer großen Bandbreite von Betroffenheit, Enttäuschung, Wut, Empörung, Resignation und Widerstand greifbar.

 

Die 7 Videos, hergestellt durch die Zähringer Einwohner, sind die Sichtbarmachung der emotionalen Ebene.

 

https://www.youtube.com/results?search_query=z%C3%A4hringer+h%C3%B6he+freiburg

 

Plan B e.V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Petition

Link Petition Rückhaltebecken Horben
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Verein zur Wahrung und Entwicklung von Grünflächen und urbanen Freiräumen
Plan B e.V.