Pressemitteilung
Freiburg, 28. Februar 2026 Plan B e.V. Freiburg – anerkannte Umweltvereinigung
Zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) vom 26. Februar 2026 zum Gewässerausbau Dietenbach
Bundesverwaltungsgericht klärt zentrale Fragen im Wasserrecht
Die Umweltvereinigung Plan B e.V. nimmt das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Ausbau des Dietenbachs zur Kenntnis und betont die bundesweite Bedeutung der nun erfolgten rechtlichen Klarstellungen.
„Unser zentrales Anliegen in diesem Rechtsstreit war es, offene Fragen im Wasserrecht auf Bundesebene höchstrichterlich klären zu lassen. Damit entsteht für alle künftigen Projekte eine klare Richtschnur. Die Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts sind deutschlandweit maßgebend. Aus der schriftlichen Begründung wird ersichtlich werden, dass wesentliche Fragen des Hochwasserschutzes präzisiert wurden“, erklärt Ralf Schmidt, Vorstand von Plan B e.V.
Das schriftliche Urteil liegt noch nicht vor. Bereits aus der mündlichen Entscheidung ist jedoch erkennbar, dass das Gericht wichtige Punkte zu Rückhalteflächen, Ausgleichsmaßnahmen und zur Abwägung zwischen Hochwasserschutz und öffentlichen Belangen konkretisiert hat. Dadurch entsteht mehr Rechtssicherheit für zukünftige wasserrechtliche Verfahren. Vorhabensträger müssen natürliche Rückhaltefunktionen vollständig und nachweisbar erhalten oder gleichwertig ausgleichen.
Zugleich weist der Verein darauf hin, dass das Bundesverwaltungsgericht an die tatsächlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Mannheim gebunden war. Seine Aufgabe ist ausschließlich die Klärung von Rechtsfragen – nicht die technische Bewertung von Hochwassergefahren. „Ob die vorgesehenen Schutzmaßnahmen im Extremfall ausreichen, konnte das Gericht nicht prüfen. Aus unserer Sicht bestehen weiterhin erhebliche Risiken bei großen Hochwasser- und Starkregenereignissen“, so Schmidt weiter.
Plan B e.V. betont zudem, dass der Verein die Bemühungen der Stadt Freiburg zur Schaffung von Wohnraum anerkennt und sich im gesamten Rechtsstreit nicht grundsätzlich gegen neue Siedlungsflächen ausgesprochen hat. Die Kritik bezieht sich ausschließlich auf die geplante Bebauung der rund 1 Million Quadratmeter großen Auenfläche in Dietenbach.
Die Dietenbach-Niederung ist eine besondere geologische Landschaftsform. Es ist eine eiszeitlich geprägte Flutrinne, die im extremen Katastrophenfall eine entscheidende Rolle für den Abfluss großer Wassermengen aus dem Dreisam-Einzugsgebiet hat. „Die Ereignisse im Ahrtal 2021 haben uns schmerzhaft vor Augen geführt, welche zentrale Bedeutung natürliche Retentionsräume haben. Mit Blick auf die Zunahme von Extremwetterereignissen – Hochwasser und Starkregen – ist der Schutz solcher Flächen unverzichtbar“, betont Schmidt. Diese wichtigen Sachverhalte haben im Rechtsstreit wenig Beachtung gefunden.
Plan B e.V. wird die schriftliche Urteilsbegründung sorgfältig auswerten und sich weiterhin für einen wirksamen Hochwasserschutz und den Erhalt natürlicher Rückhalteräume einsetzen.
Ralf Schmidt, Vorstand
www.plan-b-freiburg.net
Start 16 Uhr Rotteckring Höhe Rathausgasse mit Auftaktkundgebung und Performance, Aufzug zum Rathausplatz - dort Hauptkundgebung ca 1630 danach Demo über Kajo zur Rempartstrasse
19Uhr Vortrag zum Flächenverbrauch im Kg I, HS 1199
Am Freitag, den 30.01.2026 ist eine erneute Demo gegen die Bebauung auf der
Zähringer Höhe. Unser Ziel ist es, gesehen und gehört zu werden und
dafür sollten wir viele Leute sein. Wir treffen uns am Rotteckring/Höhe
C&A um 16.00 h.
Start 16 Uhr Rotteckring Höhe Rathausgasse mit Auftaktkundgebung und Performance, Aufzug zum Rathausplatz - dort
Hauptkundgebung ca. 16:30 Uhr, danach Demo über Kajo zur Rempartstrasse
19Uhr Vortrag zum Flächenverbrauch im Kg I, HS 1199
16:30 Uhr
Rathausplatz Freiburg
Protestaktion zum Baugebiet „Zähringer Höhe“
organisiert von BUND, Plan B e.V. und LNV
u. a. mit dem LNV-Vorsitzenden BW, Dr. Gerhard Bronner
Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg
Aufraffen, Dazukommen und Mitprotestieren!
(17:15 Uhr Vortrag über Moorrenaturierung im HS 1015)
19 Uhr
Hörsaal 1199, Kollegiengebäude 1 der Uni
Vortrag des BUND Freiburg
Gerhard Bronner (LNV): "Flächenverbrauch zwischen Nachhaltigkeit und Maßlosigkeit“
Der BUND Freiburg schreibt auf seiner Homepage zum Vortrag:
Seit den 70er-Jahren wird über den Flächenverbrauch für Siedlungen und Verkehr diskutiert, seit Jahrzehnten ist seine
Reduktion in Gesetzen verankert, seit 2000 haben wir politisch beschlossene Ziele. Geholfen hat es wenig: noch immer liegt der tägliche Zuwachs der Siedlungsflächen in Baden-Württemberg bei rund
5 ha. Nur 2,5 ha sollten es laut Koalitionsvertrag sein.
Seit seiner Gründung vor 50 Jahren war der Flächenverbrauch ein Hauptthema im Landesnaturschutzverband, der 36 naturschützende
Vereine vereinigt. Sein Vorsitzender Gerhard Bronner wird in seinem Vortrag schildern, wie die Siedlungsentwicklung das Land verändert hat, welche Mechanismen diese Entwicklung vorangetrieben
haben und was man dagegen tun kann. Dabei wird er über „Enkelgrundstücke“ und „Opernwohnungen“ berichten, begründen, warum der Flächenverbrauch heute nicht im Ballungsraum, sondern auf dem
flachen Land stattfindet, und er wird fordern „Vom Donut zum Krapfen!“.
https://www.bund-in-freiburg.de/service/termine/detail/event/vortrag-flaechenverbrauch-zwischen-nachhaltigkeit-und-masslosigkeit/
Viele Grüße und bis hoffentlich Freitag
Kommt zur Aktion „das ist die Höhe“
Keine Bebauung der Zähringer Höhe, denn wir brauchen:
die wunderbare Natur…
die unersetzbare Kaltluftschneise…
das Naherholungsgebiet für alle!
Darum: Kein Baugebiet auf der Höhe.
Samstag, 08.11.25 13:30 Fahrraddemo,
Start: Platz der alten Synagoge
14:00 Kundgebung und Aktionen:
Wildtalstraße, Ecke Höheweg
am Samstag, den 8.11.2025 organisiert das Bündnis „Das ist die Höhe“ ein
politische Aktion. Wir starten um 13.30 Uhr in Freiburg auf dem Platz
der alten Synagoge eine Fahrrad-Demo. Diese führt mit einem
Zwischenstopp vor dem Colombi-Hotel, wo der Besitzer-Familie ein schöner
roter Apfel übergeben wird. Die Familie ist auch Eigentümer eines
Grundstücks auf der Zähringer Höhe und hat dort unerlaubterweise in
einer Nacht und Nebel Aktion rund 20 alte Hochstämme von Streuobstbäumen
absägen lassen.
Die Aktion selbst findet dann auf der Wildtalstraße nach der Einmündung des
Höheweges statt, da dieser Straßenabschnitt im Falle einer Bebauung sehr
durch Baustellenverkehr und später auch durch eine Zunahme des
Anwohnerverkehrs beeinträchtig wäre. Es wir dort einige Redebeiträge geben,
sowie eine Aktion mit ‚Betonköpfen‘. Anschließend gehen die Teilnehmenden
zur vorgesehenen Baufläche, um dort eine ‚rote Linie‘ zu bilden.
Der "Flächenverbrauch" in Deutschland nimmt nach wie vor zu. Täglich kommen 81 Hektar oder 116 Fußballfelder Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland dazu (Statistisches Bundesamt, Daten 2013). Davon wird etwa die Hälfte versiegelt. In den letzten 50 Jahren wurde bei uns so viel Fläche verbraucht wie in der gesamten Siedlungsgeschichte davor! Der Verlust von offener Landschaft außerhalb menschlicher Siedlungen war in den vergangenen 50 Jahre so groß wie nie zuvor in der Siedlungsgeschichte Deutschlands.
Plan B steht für die Wahrung und Entwicklung der ökologischen, sozialen und kulturellen Werte von Grünflächen und urbanen Freiräumen. Der Verein verfolgt das Ziel einer Abkehr von unbegrenztem Wachstum in einem begrenzten Raum. Jeder Verlust von Grün- und Freiflächen ist ein unwiederbringlicher Verlust an Biotopen und Erholungsflächen. Die massive Zerschneidung und Zersiedelung der Landschaft ist eine Hauptursache, dass immer mehr Tierarten in Deutschland verschwinden. Der Schutz der Naturflächen muss jetzt konsequent Vorrang haben!
Plan B steht für einen nachhaltigen Umgang mit Flächen. Innovative Ideen und Lösungen einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung statt Bauen und Flächenausweisungen ohne Tabus sind gerade in Städten gefragt, in denen noch ein paar Jahre die Bevölkerung wächst. Städtische Bau- und Flächenpolitik sollte den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort gerecht werden und nicht im Interesse kurzfristiger Gewinnmaximierung stehen.
Plan B steht für dauerhaft bezahlbaren Wohnraum, der den freien Marktkräften entzogen wird. Städtische Wohnungspolitik sollte die Wohnungsnot durch ein Bündel sinnvoller Maßnahmen entspannen, die diejenigen erreichen, die unter hohen Mieten leiden und keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Auf „Sickereffekte“ durch hochpreisigen Wohnungsbau zu hoffen, die nicht stattfinden, ist Politik von gestern.
Plan B steht für eine neue Art der Bauleitplanung, bei der die Interessen der betroffenen Bürger ernst genommen werden, neue Medien und Methoden der Partizipation Anwendung finden und der Flächenbedarf differenziert und am konkreten Bedarf ermittelt wird. Flächennutzungsplanung, bei der allein die beiden quantitativen Maßzahlen Bevölkerung und individueller Wohnraumbedarf maßgebend sind, ist nicht mehr zeitgemäß. Die statistische Ableitung, dass jede und jeder von uns von Jahr zu Jahr immer mehr Wohnfläche beanspruchen wird, ist nicht zielführend und angesichts der wirtschaftlichen Situation in Gegenwart und Zukunft fragwürdig. Und angesichts der verheerenden ökologischen Auswirkungen ist sie als Begründung für weiteren Flächenverbrauch nicht mehr vertretbar.
Wenn Sie die Grünflächen und Erholungsräume bewahren möchten, unterstützen Sie uns: Werden Sie aktives Mitglied in Plan B e.V. oder werden Sie Fördermitglied von Plan B e.V. oder werden Sie Pate für ein Stück Grünfläche in ihrer Nähe.
Schützen Sie Ihre Grünfläche, wenn Sie eine solche besitzen, indem Sie mit uns zusammenarbeiten oder uns Ihre Fläche verpachten oder verkaufen.
Anerkannte Umweltvereinigung
Anerkennung nach § 3 UmwRG
Der Plan B e.V., Freiburg
wird als regional tätige Umweltvereinigung
gemäß § 3 Umweltrechtsbehelfsgesetz
anerkannt.
Ursprüngliche Natur und stark bedrohte Arten finden wir in der Stadt selten. Dennoch ist der Schutz der Natur in urbanen Lebensräumen von großer Bedeutung. Stadtnatur erfüllt viele ökologische und soziale Aufgaben. Sie sichert ein gesundes Stadtklima, bietet Erholung und Naturerfahrung und hilft die biologische Vielfalt zu schützen.
Streuobstwiesen sind ein Mosaik aus verschiedenen Kleinlebensräumen. Deshalb können auf ihnen rund 5000 Tier- und Pflanzenarten leben. Typische Bewirtschaftungsformen wie extensive Mahd und Beweidung fördern einen immensen Pflanzenreichtum im Unterwuchs. Viele bunt blühende Kräuter wie bspw. Margerite, Witwenblume, bei, Veilchen und Schlüsselblume gehören dazu. An den Bäumen gedeihen spezielle Pilze, Moose und Flechten. Zusammen mit Obstbaumblüte und Früchten liefert der Lebensraum ein ganzjähriges Nahrungsangebot. Von besonderem Wert sind die Streuobstbestände als Bienenweide für die Imkerei. Den größten Anteil an Tierarten nehmen Insekten wie Käfer, Wespen, Hummeln, Bienen und Schmetterlinge ein. Für viele Vogelarten und Säugetiere sind alte Streuobstbestände durch ihren Höhlen und Totholzreichtum die ideale Lebensstätte. Der Steinkauz ist geradezu zum Symbol der Streuobstwiesen geworden. Genannt seien des weiteren Garten- und Siebenschläfer, Haselmaus, Fledermäuse, Wiedehopf, Grünspecht, Wendehals und Gartenrotschwanz. Viele der auf Streuobstwiesen vorkommenden Arten sind in den Roten Listen als gefährdet eingestuft.
Täglich wird in Deutschland die Fläche von 200 Fußballfeldern zubetoniert. Die Konsequenz: Böden werden versiegelt, Grundwasservorkommen beeinträchtigt, Tier- und Pflanzenarten verschwinden.